Abschied von einem Meister
Veröffentlicht von Karina Ihlenburg in Kurzmeldung · Donnerstag 13 Aug 2026 · 3 Minuten
Tags: DrechslerNews, Abschied, Trauer, Erinnerungen, Veränderungen, Abschiednehmen, Lebensweg, Emotionen, Gemeinschaft, Rückblick
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wieder ist ein erfahrener Drechslermeister gegangen: Claus-Ekkehard Rose, mein Vater. Als Quereinsteiger im zweiten Beruf hat er sich bis zum Meister qualifiziert und seit 1983 viele Jahre selbständig in Eggesin geschafft. Mit großer Freude, Fleiß und Kreativität war sein Drechslerberuf seine Berufung. Die Arbeit war sein Leben.

Umso mehr betrübte es ihn, dass mit den Jahren die Kräfte schwanden, das Augenlicht nicht mehr seinen Dienst tat und all die vielen Ideen, die noch in seinem Kopf schlummerten so nicht zur Ausführung kommen konnten.
Seine Frau Margret, die früher auch im Betrieb mitarbeitete - nicht nur im Büro, sondern aktiv mit Malerei und Schnitzarbeiten - musste schon im März diesen Jahres ihre letzte Reise antreten. Nun ist er ihr gefolgt.
Ich spüre noch seine Hand auf meiner Hand - mich tröstend, wie es Eltern tun - und höre seine Worte: "Es wird schon alles gut werden." Doch es wurde nicht gut.
Am 11.08.2026 ist er nach kurzer schwerer Krankheit für immer eingeschlafen, befreit von allen Sorgen, wieder an ihrer Seite.
Ein Vollbluthandwerker und Meister geht mit stolzen 87 Jahren - manchmal stur und misstrauisch ("Das glaube ich aber nicht."), sonst immer freundlich, zugewandt, bereit zu helfen und zu unterstützen, eine Lösung parat - ein Leben lang.
Dafür danken wir dir von Herzen!
An uns, seinem Sohn Thomas (Tischlermeister) und mir, als seiner Tochter, ist es nun, sein Erbe zu bewahren. Nach unseren Kräften werden wir weiter das Drechslerhandwerk in Eggesin hochhalten, denn es ist einfach zu besonders und in dieser Vielfalt, wie wir es verstehen, sehr selten geworden.

Unendlich betrübt - In liebevoller Erinnerung
Eure Drechslermeisterin Karina Ihlenburg
PS: Bitte habt Verständnis, dass der eine oder andere Auftrag durch die aktuelle Lage etwas nach hinten geschoben wird.


Links: Urne für Margret Rose
- oben ein Bernsteinamulett von Claus Rose in der Deckelöffnung,
- Zierrand eingearbeitet aus Stielschale, beschnitzt von Margret Rose

Rechts: Urne für Claus Rose - wieder eine ganz persönliche Urne im Gedenken an viele Jahre gemeinsames Leben und Wirken.
Der Rand mit den Fischen stammt von einer letzten Stielschale, die noch von seiner Margret, meiner Mutter, beschnitzt worden ist. Der Bernstein in der gleichen Höhe von seinen eigenen Bernsteinarbeiten, wie auch die Kugel oben von ihm gefertigt wurde.
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